Ernährung Informativ

Bestes Hundefutter 2026: der große Vergleich

Autorin: Helena, Veterinärmedizinerin August 2026

Das beste Hundefutter gibt es nicht, aber es gibt sehr klare Kriterien, an denen sich gutes von schlechtem trennen lässt: eine kurze, vollständig deklarierte Zutatenliste, eine benannte tierische Proteinquelle mit Prozentangabe, keine unnötigen Zusatzstoffe und eine Menge, die zum Hund passt. Der letzte Punkt wird dabei am häufigsten unterschätzt: Studien zeigen, dass die Portionsgröße über die Lebenszeit mehr bewirkt als die Wahl zwischen zwei guten Marken. Dieser Vergleich führt dich 2026 durch alle Entscheidungen.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Die Menge schlägt die Marke: Lawler et al. (British Journal of Nutrition, 2008) fanden bei lebenslang 25 % reduzierter Futtermenge eine mediane Lebensdauer von 13,0 statt 11,2 Jahren.
  • Deklaration ist das Hauptkriterium: Nur eine offene Einzelfutterdeklaration mit Prozentangaben macht ein Futter überhaupt bewertbar.
  • Etiketten sind nicht immer korrekt: Olivry und Mueller (BMC Veterinary Research, 2018) fanden nicht deklarierte tierische Bestandteile in 0 bis 83 % der geprüften Futtermittel, im Median bei 45 %.
  • Proteinqualität zählt mehr als Rohprotein: Van Rooijen et al. (Journal of Nutritional Science, 2014) maßen in 67 Futtermitteln ein Verhältnis von reaktivem zu Gesamt-Lysin zwischen 0,77 und 0,99.
  • Häufigste Reizstoffe: Mueller, Olivry und Prélaud (2016) fanden Rind bei 34 % der Futtermittelreaktionen, Milchprodukte bei 17 %, Huhn bei 15 % und Weizen bei 13 %.
  • Tagesbedarf berechnen: Nach den FEDIAF Nutritional Guidelines (2024) gelten 95 bis 110 kcal je kg metabolischem Körpergewicht für erwachsene Hunde.
  • Selbst kochen ist anspruchsvoll: Stockman et al. (JAVMA, 2013) prüften 200 Rezepte, 190 davon unterschritten bei mindestens einem essenziellen Nährstoff die Empfehlungen.

Was gutes Hundefutter ausmacht

Gutes Hundefutter erfüllt vier Bedingungen: Es deckt als Alleinfuttermittel den kompletten Nährstoffbedarf, es ist vollständig deklariert, es enthält eine oder wenige klar benannte tierische Proteinquellen, und es passt in Energiedichte und Menge zum jeweiligen Hund. Alles Weitere ist Feinschliff.

Die Reihenfolge dieser vier Punkte ist kein Zufall. Ein Alleinfuttermittel muss laut den FEDIAF Nutritional Guidelines definierte Mindest- und teils Höchstmengen für Protein, Fettsäuren, Mineralstoffe und Vitamine enthalten. Ein Futter, das diese Vorgaben nicht erfüllt, ist unabhängig von seiner Zutatenqualität ungeeignet für die Dauerfütterung.

Der zweite Punkt, die Deklaration, entscheidet darüber, ob du überhaupt beurteilen kannst, was du kaufst. Und der dritte, die Proteinquelle, bestimmt, wie gut du im Problemfall reagieren kannst. Der vierte Punkt schließlich ist der einzige, den du täglich in der Hand hast.

Wie groß dessen Wirkung ist, zeigt die bekannteste Langzeitstudie der Tierernährung. Lawler und Kolleg:innen begleiteten 48 Labrador Retriever über ihr gesamtes Leben und veröffentlichten die Ergebnisse 2008 im British Journal of Nutrition. Eine Gruppe wurde nach Appetit gefüttert, die andere lebenslang mit 25 % weniger.

1,8 Jahre
längere mediane Lebensdauer bei 25 % weniger Futter: 13,0 statt 11,2 Jahre (Lawler et al. 2008)

Diese Zahl relativiert vieles. Wer zwischen zwei guten Futtermitteln schwankt, gewinnt damit weniger als jemand, der sein Futter konsequent abwiegt. Die Marke ist eine Entscheidung, die Menge ist eine tägliche Praxis.

Trockenfutter, Nassfutter, BARF

Alle drei Futterarten können einen Hund vollständig versorgen, sie unterscheiden sich vor allem in Handhabung, Feuchtigkeitsgehalt und Aufwand. Eine pauschal überlegene Variante gibt es nicht, sondern nur eine, die besser zu deinem Alltag und deinem Hund passt.

Kriterium Trockenfutter Nassfutter BARF
Feuchtigkeit gering, Wasser separat wichtig hoch, deckt Teil des Bedarfs hoch
Portionsgenauigkeit sehr gut, grammgenau gut aufwendig, muss berechnet werden
Aufwand minimal gering hoch, inklusive Hygiene
Nährstoffvollständigkeit als Alleinfutter gegeben als Alleinfutter gegeben nur bei korrekter Berechnung
Lagerung ungekühlt, mehrere Wochen angebrochen gekühlt, 1 bis 2 Tage Tiefkühlung nötig

Trockenfutter ist der pragmatische Standard: lange haltbar, exakt dosierbar und energiedicht. Der geringe Feuchtigkeitsgehalt bedeutet allerdings, dass frisches Wasser jederzeit verfügbar sein muss. Nassfutter bringt Feuchtigkeit mit und wird von mäkeligen Hunden oft besser angenommen, ist pro Kalorie aber teurer und nach dem Öffnen kurzlebig.

BARF, also die Rohfütterung, gibt maximale Kontrolle über die Zutaten, verlangt aber Berechnung und Hygienedisziplin. Die Risiken sind real: unvollständige Rationen, Knochenverletzungen und mikrobiologische Belastung. Eine ausführliche Gegenüberstellung findest du in unserem Ratgeber BARFen vs. Trockenfutter vs. Nassfutter.

Wie anspruchsvoll selbst zusammengestellte Rationen sind, zeigt eine Untersuchung von Stockman und Kolleg:innen, 2013 im Journal of the American Veterinary Medical Association veröffentlicht. Von 200 geprüften Rezepten für selbst zubereitetes Hundefutter unterschritten 190 bei mindestens einem essenziellen Nährstoff die Vorgaben. Selbst von Tierärzt:innen verfasste Rezepte lagen im Median bei 5 Nährstoffen unterhalb der Empfehlung.

Wie viel braucht dein Hund? Unser Futterrechner ermittelt die Tagesmenge aus Gewicht, Alter und Aktivität.
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Die Zutatenliste lesen

Die Zutatenliste ist der einzige Ort auf der Verpackung, an dem sich ein Futter tatsächlich beurteilen lässt. Alles auf der Vorderseite ist Marketing, alles in der Analyse ist eine grobe Kennzahl. Erst die Zutatenliste sagt dir, was drin ist.

Beginne mit der Deklarationsform. Es gibt zwei zulässige Varianten: die geschlossene Deklaration mit Sammelbegriffen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" und die offene Einzelfutterdeklaration, die jede Zutat einzeln benennt. Nur die zweite erlaubt eine Bewertung, weil du bei der ersten weder Tierart noch Anteil erkennst.

Zutatenliste: Warnzeichen ↔ Qualitätsmerkmale

Warnzeichen

  • ❌ „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse"
  • ❌ Keine Prozentangabe zur Fleischquelle
  • ❌ Zucker, Melasse oder Karamell
  • ❌ „Aroma" oder Geschmacksverstärker
  • ❌ Getreide an erster Stelle
  • ❌ Vier oder mehr Fleischsorten

Qualitätsmerkmale

  • ✅ Vollständige Einzelfutterdeklaration
  • ✅ Benannte Fleischquelle mit Prozentwert
  • ✅ Diese an erster oder zweiter Stelle
  • ✅ Ohne Zuckerzusatz und ohne Aromen
  • ✅ Ausgewiesene Omega-3- und Omega-6-Gehalte
  • ✅ Eine oder maximal zwei Proteinquellen

Ein zweiter Punkt betrifft die Reihenfolge. Zutaten werden absteigend nach Gewichtsanteil aufgeführt. Steht die Fleischquelle nicht an erster oder zweiter Stelle, ist ihr Anteil gering, unabhängig davon, wie prominent sie auf der Vorderseite beworben wird.

Der dritte Punkt ist die Anzahl der Proteinquellen. Vier Fleischsorten in einer Rezeptur sind nicht per se schlecht, machen aber jede Fehlersuche unmöglich. Reagiert dein Hund, hast du vier Verdächtige. Bei einer Quelle wechselst du gezielt. Welche Zutaten am häufigsten Probleme machen, zeigt die Auswertung von Mueller, Olivry und Prélaud aus dem Jahr 2016: Rind bei 34 %, Milchprodukte bei 17 %, Huhn bei 15 % und Weizen bei 13 % der ausgewerteten Fälle.

Und der vierte Punkt, der am seltensten geprüft wird: der Rohprotein-Gehalt in der analytischen Zusammensetzung sagt nichts über die Verwertbarkeit aus. Er misst Stickstoff, nicht verfügbare Aminosäuren. Zwei Futtermittel mit identischem Wert können sich erheblich unterscheiden.

Der blinde Fleck auf dem Etikett

Selbst eine perfekte Zutatenliste ist nur so gut wie ihre Genauigkeit, und genau da liegt ein Problem, das in Kaufberatungen praktisch nie vorkommt. Thierry Olivry und Ralf Mueller haben 2018 in BMC Veterinary Research die Untersuchungen zusammengetragen, in denen Futtermittel labortechnisch auf ihre tatsächlichen tierischen Bestandteile geprüft wurden.

Das Ergebnis: In den ausgewerteten Studien fanden sich nicht deklarierte tierische Bestandteile in 0 bis 83 % der geprüften Futtermittel, im Median bei 45 %. Der umgekehrte Fall, also fehlende deklarierte Zutaten, kam seltener vor und lag bei 0 bis 38 % mit einem Median von 1 %.

Besonders unangenehm: Ausgerechnet bei Produkten mit „limited" oder „novel" Zutaten für Eliminationsdiäten lag der Anteil nicht deklarierter Bestandteile zwischen 33 und 83 %. Das sind genau die Futtermittel, bei denen es am meisten darauf ankäme. Hydrolysathaltige Produkte schnitten deutlich besser ab.

Der zweite blinde Fleck betrifft die Proteinqualität. Charlotte van Rooijen und Kolleg:innen von der Universität Wageningen untersuchten 2014 im Journal of Nutritional Science 67 kommerzielle Futtermittel. Bei extrudierten Hundefuttern lag das Verhältnis von reaktivem, also verfügbarem, zu Gesamt-Lysin im Mittel bei 0,87, mit einer Spanne von 0,77 bis 0,99.

Was auf der Packung steht, ist nicht immer, was im Napf landet.
Im Median 45 % der geprüften Futtermittel enthielten nicht deklarierte tierische Bestandteile (Olivry und Mueller 2018).

Was folgt daraus praktisch? Nicht Resignation, sondern zwei konkrete Konsequenzen. Erstens: Setze auf Hersteller mit offener Deklaration und Prozentangaben, weil die Transparenz die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass auch die Prozesskontrolle stimmt. Zweitens: Wenn eine sauber durchgeführte Ausschlussdiät nicht anschlägt, kann das am Futter selbst liegen und nicht am Konzept.

Wann rassenspezifisch einen Unterschied macht

Rassenspezifisches Futter ist dann sinnvoll, wenn sich die Bedürfnisse einer Rassengruppe tatsächlich systematisch von anderen unterscheiden, und das tun sie in mindestens vier Punkten: Krokettengröße, Energiedichte, Gelenkbelastung und typische Empfindlichkeiten.

Die Krokettengröße ist der offensichtlichste Punkt. Ein Chihuahua mit einem 2-kg-Kiefer und ein Deutscher Schäferhund mit 40 kg brauchen unterschiedlich große Brocken, damit Kauen und Aufnehmen funktionieren. Bei brachyzephalen Rassen wie Bulldoggen kommt die Form dazu, weil eine verkürzte Schnauze das Greifen erschwert.

Die Energiedichte ist der zweite Punkt. Kleine Rassen haben pro Kilogramm Körpergewicht einen höheren Grundumsatz als große, brauchen absolut aber sehr viel weniger. Ein 2-kg-Hund kommt mit rund 160 kcal am Tag aus, ein 40-kg-Hund braucht das Neunfache. Bei so kleinen Rationen muss die Nährstoffdichte höher sein.

Der dritte Punkt betrifft Prädispositionen. Retriever tragen ein erhöhtes Risiko für Hüft- und Ellenbogendysplasie, Deutsche Schäferhunde für Magen-Darm-Probleme, Bulldoggen für Hautfaltenprobleme, kleine Rassen für Zahnerkrankungen. Diese Schwerpunkte lassen sich über Nährstoffprofile begleiten. Das Konzept dahinter erklärt unser Ratgeber zu rassenspezifischem Hundefutter.

Ehrlich bleiben gehört dazu: Ein hochwertiges Universalfutter versorgt einen gesunden Hund ebenfalls vollständig. Rassenspezifische Rezepturen sind eine Optimierung, keine Notwendigkeit. Der Unterschied liegt darin, ob typische Schwachstellen einer Rassengruppe gezielt berücksichtigt werden oder ob ein Durchschnittsprofil für alle gilt.

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Wie viel Futter braucht dein Hund?

Der Tagesbedarf eines erwachsenen Hundes liegt nach den FEDIAF Nutritional Guidelines (Publication July 2024) bei 95 bis 110 kcal je kg metabolischem Körpergewicht, also je kg hoch 0,75. Diese Formel klingt sperrig, ist aber der Grund, warum ein doppelt so schwerer Hund nicht doppelt so viel frisst.

Die Tabelle rechnet die Formel über den gesamten Größenbereich durch:

Zielgewicht Ruhiger Alltag (95 kcal) Aktiver Alltag (110 kcal)
5 kg ca. 320 kcal ca. 370 kcal
10 kg ca. 535 kcal ca. 620 kcal
20 kg ca. 900 kcal ca. 1.040 kcal
30 kg ca. 1.220 kcal ca. 1.410 kcal
40 kg ca. 1.510 kcal ca. 1.750 kcal
50 kg ca. 1.785 kcal ca. 2.070 kcal

Von Kilokalorien auf Gramm kommst du über den Energiegehalt deines Futters: Tagesbedarf geteilt durch kcal je 100 g, mal 100. Der Wert steht auf jeder Verpackung. Rechne dabei immer mit dem Zielgewicht, nicht mit dem aktuellen, wenn dein Hund bereits zu schwer ist.

Zwei Punkte sind in der Praxis entscheidend. Erstens: Snacks gehören in die Bilanz, maximal 10 % der Tagesenergie. Zweitens: Nach einer Kastration sinkt der Energiebedarf typischerweise spürbar, während der Appetit bleibt. Eine Anpassung um 10 bis 20 % ist dann meist sinnvoll.

Die Kontrolle läuft nicht über die Waage allein, sondern über den Rippentest: Die Rippen sollten sich unter leichtem Fingerdruck einzeln ertasten lassen, ohne sichtbar hervorzustehen. Von oben betrachtet zeigt ein Hund im Normalgewicht hinter dem Brustkorb eine erkennbare Taille. Details zur Fütterungspraxis stehen in unserem Fütterungsguide.

Erst testen, dann entscheiden: Über unsere Proben kannst du eine Rezeptur kennenlernen, bevor du auf einen großen Sack umstellst.
Zu den Proben

Welpe, Adult, Senior

Der Nährstoffbedarf verschiebt sich über das Hundeleben deutlich, und die folgenschwersten Fehler passieren in der Wachstumsphase. Ein Welpe soll gleichmäßig wachsen, nicht schnell, besonders bei großen Rassen.

Welpe. Der Energiebedarf liegt deutlich über dem eines erwachsenen Hundes, und das Calcium-Phosphor-Verhältnis ist entscheidend. Ein vollwertiges Welpenfutter deckt den Mineralstoffbedarf vollständig ab. Zusätzliche Calciumgaben sind nicht nur überflüssig, sondern können die Knochenreifung stören. Abgewogene Portionen statt freier Napf sind die einfachste Prävention. Ein zusätzlicher Punkt aus der Proteinforschung: Van Rooijen et al. (2013) fanden bei kommerziellen Welpenfuttern zwei Produkte, die unterhalb der Lysin-Mindestanforderungen für vier bis vierzehn Wochen alte Hunde lagen.

Adult. Zwischen etwa einem und sieben Jahren zählt vor allem Konstanz: feste Menge, feste Zeiten, regelmäßige Gewichtskontrolle alle vier bis sechs Wochen. Die meisten Gewichtsprobleme entstehen in dieser Phase schleichend, über kleine Portionsvergrößerungen und ungezählte Snacks.

Senior. Ab etwa sieben Jahren, bei großen Rassen früher, sinkt der Energiebedarf, während der Eiweißbedarf hoch bleibt. Am Eiweiß zu sparen ist deshalb der falsche Ansatz, denn Muskulatur ist genau das, was ein älterer Hund braucht. Reduziert wird die Energiedichte, nicht die Proteinqualität. Wann der Wechsel vom Welpen- zum Adultfutter ansteht, klärt unser Ratgeber zur Umstellung von Welpen- auf Erwachsenenfutter.

Allergien, Übergewicht, Gelenke

Drei Situationen verlangen eine Anpassung über das Standardfutter hinaus, und in allen drei Fällen gibt es klare, belegte Handlungswege.

Verdacht auf Futtermittelreaktion. Der einzige verlässliche Nachweis ist eine Eliminationsdiät mit anschließender Provokation. Olivry, Mueller und Prélaud fanden 2015 auf Basis von 209 Hunden, dass nach 5 Wochen über 85 % eine Normalisierung der Symptome zeigten und nach 8 Wochen über 95 %. Empfohlen werden mindestens 8 Wochen. Bluttests taugen dafür nicht: Mueller und Olivry beschrieben 2017 für Serum-IgE- und IgG-Tests eine geringe Wiederholbarkeit und stark schwankende Genauigkeit. Den Überblick liefert unser Allergieguide für deinen Hund.

Übergewicht. Der sicherste Weg startet beim Erhaltungsbedarf des Zielgewichts und reduziert diesen um rund 10 %. Ein Gewichtsverlust von 1 bis 2 % des Körpergewichts pro Woche ist realistisch und sicher. Gespart wird an Energiedichte und Snacks, nicht am Eiweiß, weil Eiweiß in der Abnehmphase die Muskulatur erhält. Vor jeder Diät gehört ein tierärztlicher Check, damit Schilddrüse und Nebennieren abgeklärt sind.

Gelenke. Der wirksamste Hebel ist auch hier das Gewicht. Smith und Kolleg:innen fanden 2006 im Journal of the American Veterinary Medical Association bei lebenslang 25 % reduzierter Futtermenge eine Hüftgelenksarthrose bei 50 % statt 83 % der Hunde, mit einem um sechs Jahre späteren Nachweis. Zusätzlich können Omega-3-Fettsäuren, Grünlippmuschel und Chondroitin begleiten. Die medizinischen Grundlagen stehen im Dysplasie-Guide.

Umstellung und Lagerung

Eine Futterumstellung dauert 7 bis 14 Tage in vier Stufen, bei empfindlichen Hunden drei bis vier Wochen. Die Darmflora braucht diese Zeit, um sich auf neue Proteinquellen und Ballaststoffe einzustellen. Zu schnelle Wechsel produzieren fast immer weichen Stuhl.

  • Tag 1 bis 3: 25 % neues Futter, 75 % altes Futter
  • Tag 4 bis 6: 50 % zu 50 %
  • Tag 7 bis 9: 75 % neu, 25 % alt
  • Ab Tag 10: 100 % neues Futter

Beobachte in dieser Zeit vor allem den Kot. Ein bis zwei Tage weicherer Stuhl beim Stufenwechsel sind normal, anhaltender Durchfall nicht. Wenn es hakt, gehst du eine Stufe zurück und bleibst dort länger. Alle Details stehen im Guide zur Futterumstellung beim Hund.

Ein oft übersehener Punkt ist die Lagerung. Trockenfutter enthält Fette, die mit Sauerstoff, Licht und Wärme oxidieren, und ranzige Fette schmecken nicht nur schlechter, sie belasten auch. Lagere den Sack verschlossen, kühl und dunkel, und fülle das Futter nicht dauerhaft in offene Behälter um. Wer umfüllt, sollte den Behälter zwischen zwei Säcken reinigen und trocknen, weil sich sonst Fettreste ansammeln.

Und eine praktische Regel zur Packungsgröße: Ein Sack sollte innerhalb von etwa sechs bis acht Wochen aufgebraucht sein. Bei einem kleinen Hund ist ein 15-kg-Sack deshalb keine Sparmaßnahme, sondern ein Qualitätsproblem.

FAQ

Was ist das beste Hundefutter?

Ein pauschal bestes Futter gibt es nicht. Gut ist ein Alleinfuttermittel mit vollständiger Deklaration, einer benannten Proteinquelle mit Prozentangabe, ohne Zucker und Aromen und mit einer Energiedichte, die zum Hund passt. Entscheidender als die Marke ist, dass die Menge stimmt.

Ist Trockenfutter oder Nassfutter besser?

Beide können einen Hund vollständig versorgen. Trockenfutter punktet bei Portionsgenauigkeit, Haltbarkeit und Energiedichte, Nassfutter bei Feuchtigkeitsaufnahme und Akzeptanz. Viele Halter:innen kombinieren beides. Wichtig ist nur, die Energie beider Komponenten zusammenzurechnen.

Woran erkenne ich schlechtes Hundefutter?

An Sammelbegriffen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse", fehlenden Prozentangaben, Zuckerzusatz, künstlichen Aromen, Getreide an erster Stelle und vier oder mehr Fleischsorten. Ein einzelner dieser Punkte ist noch kein Ausschlusskriterium, mehrere zusammen schon.

Wie viel Futter braucht mein Hund pro Tag?

Nach den FEDIAF Nutritional Guidelines (2024) etwa 95 bis 110 kcal je kg metabolischem Körpergewicht. Ein 20-kg-Hund kommt damit auf rund 900 bis 1.040 kcal, ein 30-kg-Hund auf 1.220 bis 1.410 kcal. Die Grammzahl ergibt sich aus dem Energiegehalt des Futters.

Stimmen die Angaben auf Hundefutter-Etiketten immer?

Nicht immer. Olivry und Mueller (2018) fanden in den ausgewerteten Untersuchungen nicht deklarierte tierische Bestandteile in 0 bis 83 % der geprüften Futtermittel, im Median bei 45 %. Bei Produkten für Eliminationsdiäten lag der Anteil sogar zwischen 33 und 83 %.

Ist selbst gekochtes Hundefutter besser?

Nicht automatisch. Stockman et al. (JAVMA, 2013) prüften 200 Rezepte für selbst zubereitetes Hundefutter. 190 davon unterschritten bei mindestens einem essenziellen Nährstoff die Empfehlungen. Selbst von Tierärzt:innen verfasste Rezepte lagen im Median bei 5 Nährstoffen unterhalb der Vorgaben.

Lohnt sich rassenspezifisches Hundefutter?

Es ist eine Optimierung, keine Notwendigkeit. Sinnvoll sind rassenspezifische Rezepturen bei Krokettengröße, Energiedichte und typischen Prädispositionen einer Rassengruppe. Ein hochwertiges Universalfutter versorgt einen gesunden Hund ebenfalls vollständig.

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Unser Fazit

  1. Das beste Hundefutter gibt es nicht, aber klare Kriterien: vollständige Deklaration, benannte Proteinquelle mit Prozentwert, keine unnötigen Zusatzstoffe.
  2. Die Menge wirkt stärker als die Marke. Lawler et al. (2008) fanden bei 25 % weniger Futter 1,8 Jahre mehr mediane Lebensdauer.
  3. Trocken, nass und BARF können alle vollständig versorgen. BARF verlangt allerdings Berechnung und Hygienedisziplin.
  4. Selbst zusammengestellte Rationen sind anspruchsvoll: 190 von 200 geprüften Rezepten unterschritten mindestens einen Nährstoff.
  5. Etiketten sind nicht immer korrekt. Im Median 45 % der geprüften Futtermittel enthielten nicht deklarierte tierische Bestandteile.
  6. Rohprotein sagt nichts über Verwertbarkeit. Das Verhältnis von reaktivem zu Gesamt-Lysin reichte von 0,77 bis 0,99.
  7. Rassenspezifisch ist eine Optimierung bei Krokettengröße, Energiedichte und typischen Prädispositionen, keine Pflicht.
  8. Deine Hunderasse. Dein Futter. Einheitsbrei kommt uns nicht in den Napf. 🐾

Über die Autorin

Med. Vet. Helena Bröring Veith ist Tierärztin im HEY HOLY Team. Sie hat an der Tierärztlichen Hochschule Hannover studiert und vier Jahre in einer AniCura-Klinik praktiziert. Bei HEY HOLY begleitet sie als fachliche Reviewerin Inhalte rund um Tiergesundheit und Ernährung. Wissenschaftlich beraten wird HEY HOLY zusätzlich von Prof. Dr. Zentek (Lehrstuhl Tierernährung, FU Berlin).

Quellen: FEDIAF Nutritional Guidelines, Publication July 2024 · Lawler DF, Larson BT, Ballam JM, et al.: „Diet restriction and ageing in the dog: major observations over two decades", British Journal of Nutrition, 2008 · Smith GK, Paster ER, Powers MY, et al.: „Lifelong diet restriction and radiographic evidence of osteoarthritis of the hip joint in dogs", Journal of the American Veterinary Medical Association, 2006 · Olivry T, Mueller RS: „Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (5): discrepancies between ingredients and labeling in commercial pet foods", BMC Veterinary Research, 2018 · Mueller RS, Olivry T, Prélaud P: „Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (2): common food allergen sources in dogs and cats", BMC Veterinary Research, 2016 · Olivry T, Mueller RS, Prélaud P: „Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (1): duration of elimination diets", BMC Veterinary Research, 2015 · van Rooijen C, Bosch G, van der Poel AFB, et al.: „Reactive lysine content in commercially available pet foods", Journal of Nutritional Science, 2014 · Stockman J, Fascetti AJ, Kass PH, Larsen JA: „Evaluation of recipes of home-prepared maintenance diets for dogs", Journal of the American Veterinary Medical Association, 2013.