Wie viele Zähne hat ein Hund?
Ein erwachsener Hund hat 42 Zähne: 12 Schneidezähne, 4 Fangzähne, 16 Vorbackenzähne und 10 Backenzähne. Ein Welpe hat dagegen nur 28 Milchzähne, weil im Milchgebiss die Backenzähne komplett fehlen. Zum Vergleich: Wir Menschen kommen auf 32 Zähne, eine Katze auf 30.
Hinter dieser einfachen Zahl steckt ein sehr präzise gebautes Gebiss, in dem jeder Zahntyp eine eigene Aufgabe hat. In diesem Artikel bekommst du die Zahnformel, den Aufbau nach Ober- und Unterkiefer, den kompletten Zeitplan des Zahnwechsels und die Antwort darauf, warum bei manchen Hunden trotzdem nicht 42 Zähne im Maul sind.
Das Wichtigste zusammengefasst:
- Erwachsener Hund: 42 bleibende Zähne. Zahnformel 2 × (I 3/3, C 1/1, P 4/4, M 2/3).
- Welpe: 28 Milchzähne. Zahnformel 2 × (i 3/3, c 1/1, p 3/3). Molaren gibt es im Milchgebiss nicht.
- Aufteilung: 12 Schneidezähne, 4 Fangzähne, 16 Prämolaren, 10 Molaren.
- Reißzähne sind nicht die Eckzähne, sondern der obere vierte Prämolar (P4) und der untere erste Molar (M1).
- Zeitplan: erste Milchzähne mit 3 bis 5 Wochen, bleibende Zähne ab etwa 4 bis 5 Monaten, vollständig mit 7 Monaten.
- Rassenunterschied: Die Zahl 42 gilt für alle Rassen. Unterschiedlich sind Kieferform und Zahnstellung, nicht die Anzahl.
- Fehlende Zähne sind bei kleinen und kurzköpfigen Rassen häufiger. Ein „fehlender" Zahn kann auch ein nicht durchgebrochener Zahn sein, und der gehört geröntgt.
Wie viele Zähne hat ein Hund?
Ein erwachsener Hund hat 42 Zähne. Sie verteilen sich auf 12 Schneidezähne, 4 Fangzähne, 16 Vorbackenzähne und 10 Backenzähne. Diese Zahl gilt unabhängig von der Rasse, vom Chihuahua bis zur Deutschen Dogge. Ein Welpe hat vorher 28 Milchzähne.
Diese Frage stellen sich viele Hundebesitzer, wenn sie das beeindruckende Gebiss ihrer Vierbeiner betrachten. Ein erwachsener Hund besitzt in der Regel 42 Zähne, deutlich mehr als wir Menschen mit unseren 32 Zähnen. Dahinter steckt keine Willkür, sondern ein über Jahrtausende kaum verändertes Raubtiergebiss, in dem jeder Zahntyp eine klar zugeteilte Aufgabe hat.
Hund, Mensch, Katze und Wolf im Vergleich
Die 42 Zähne des Hundes sind exakt die Zahnzahl des Wolfs. An der Zahnformel hat die Domestikation nichts geändert, obwohl sich Kieferform und Körpergröße dramatisch verändert haben. Eine Katze hat mit 30 bleibenden Zähnen deutlich weniger, weil ihr Gebiss noch stärker auf Zerteilen und weniger auf Zermahlen ausgelegt ist. Der Mensch liegt mit 32 Zähnen dazwischen und hat als einziger dieser vier breite, flache Mahlflächen.
Die Zahnformel des Hundes
Die Zahnformel des erwachsenen Hundes lautet 2 × (I 3/3, C 1/1, P 4/4, M 2/3) = 42. Gelesen wird sie so: Je Kieferhälfte finden sich 3 Schneidezähne oben und 3 unten, 1 Eckzahn oben und unten, 4 Prämolaren oben und unten sowie 2 Molaren oben und 3 unten. Mal zwei gerechnet ergibt das 42.
Die Buchstaben stehen für die lateinischen Bezeichnungen: I für Incisivi (Schneidezähne), C für Canini (Fangzähne), P für Prämolaren (Vorbackenzähne) und M für Molaren (Backenzähne). Der Zähler ist immer der Oberkiefer, der Nenner der Unterkiefer.
| Zahntyp | Oberkiefer je Seite | Unterkiefer je Seite | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Schneidezähne (I) | 3 | 3 | 12 |
| Fangzähne (C) | 1 | 1 | 4 |
| Prämolaren (P) | 4 | 4 | 16 |
| Molaren (M) | 2 | 3 | 10 |
| Summe | 10 | 11 | 42 |
Die einzige Asymmetrie im Hundegebiss steckt bei den Molaren: oben zwei je Seite, unten drei. Genau dieser dritte untere Molar ist übrigens der Zahn, der bei Hunden am ehesten fehlt, ohne dass es jemandem auffällt.
Die Zahnformel des Milchgebisses
Für den Welpen gilt eine eigene, kürzere Formel: 2 × (i 3/3, c 1/1, p 3/3) = 28. Kleinbuchstaben stehen dabei für die Milchzähne. Zwei Dinge fallen auf: Es gibt nur drei Prämolaren statt vier, und Molaren fehlen komplett. Genau deshalb kommt der Welpe auf 28 statt auf 42.
Verteilung der 42 bleibenden Zähne beim erwachsenen Hund
Die vier Zahntypen und ihre Aufgaben
Das Hundegebiss besteht aus vier Zahntypen mit vier verschiedenen Jobs: Schneidezähne zum Abnagen, Fangzähne zum Packen, Prämolaren zum Zerkleinern und Molaren zum Zermahlen. Die Vorfahren unserer heutigen Haushunde waren Raubtiere, die ihre Beute jagen, packen und zerreißen mussten, und genau dafür ist dieses Gebiss gebaut.
12 Schneidezähne (Incisivi)
Diese kleinen Zähne vorne im Maul dienen zum Abnagen von Fleisch und zur Fellpflege. Sechs sitzen oben, sechs unten, jeweils in einer Reihe zwischen den beiden Fangzähnen. Sie sind die kleinsten Zähne im Gebiss und die ersten, die im Alter Abnutzungsspuren zeigen.
4 Fangzähne (Canini)
Die langen, spitzen Eckzähne zum Festhalten der Beute. Zwei oben, zwei unten. Sie haben die längste Wurzel von allen Zähnen, oft mehr als doppelt so lang wie die sichtbare Krone. Genau deshalb ist ein abgebrochener Fangzahn kein kosmetisches, sondern ein medizinisches Problem: Ist die Pulpa eröffnet, führt das ohne Behandlung zur Wurzelentzündung.
16 Vorbackenzähne (Prämolaren)
Zum Zerkleinern von Fleisch und Knochen. Vier je Kieferhälfte, also acht oben und acht unten. Der vierte obere Prämolar ist der größte Zahn im Oberkiefer und Teil des Reißzahnkomplexes, dazu gleich mehr.
10 Backenzähne (Molaren)
Die kräftigen Mahlzähne zum Zermahlen härterer Nahrungsbestandteile. Zwei je Seite im Oberkiefer, drei je Seite im Unterkiefer. Molaren haben keine Milchzahnvorgänger, sie brechen direkt als bleibende Zähne durch.
Was sind die Reißzähne beim Hund?
Die Reißzähne sind nicht die auffälligen Eckzähne, wie oft angenommen wird, sondern der obere vierte Prämolar (P4) und der untere erste Molar (M1). Diese beiden Zähne schieben sich beim Zubeißen aneinander vorbei wie zwei Klingen einer Schere und zerschneiden Fleisch, statt es zu zerquetschen.
In der Fachliteratur werden genau diese beiden Zähne als carnassial teeth bezeichnet. Sie sind nicht nur beim Kauen ständig im Einsatz, sondern auch höheren Kräften ausgesetzt als die Fangzähne. Das erklärt, warum ausgerechnet der obere vierte Prämolar zu den am häufigsten frakturierten Zähnen beim Hund gehört, typischerweise nach dem Kauen auf sehr harten Gegenständen.
Praktisch heißt das für dich: Wenn dein Hund gerne auf harten Sachen kaut, lohnt der regelmäßige Blick auf die großen hinteren Zähne im Oberkiefer. Eine Fraktur dort fällt äußerlich kaum auf, weil die Oberlippe den Zahn verdeckt. Wie du das Maul deines Hundes systematisch kontrollierst, steht in unserem Ratgeber zur Zahnpflege beim Hund.
Rasse, Größe und Kiefer gehören zusammen gedacht
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Jetzt Quiz startenHaben Hunde Milchzähne?
Ja. Hunde haben 28 Milchzähne, und zwar 12 Schneidezähne, 4 Fangzähne und 12 Vorbackenzähne. Backenzähne gibt es im Milchgebiss nicht, sie erscheinen erst als bleibende Zähne. Genau diese 10 fehlenden Molaren erklären den Unterschied zwischen 28 und 42.
Wie wir Menschen kommen auch Hunde nicht gleich mit ihrem vollständigen Gebiss zur Welt. Welpen werden zahnlos geboren. Die ersten Milchzähne brechen mit etwa drei bis fünf Wochen durch, und mit rund acht Wochen, also zum typischen Zeitpunkt des Einzugs, ist das Milchgebiss komplett.
Wie unterscheiden sich Milchzähne von bleibenden Zähnen?
Neben der offensichtlichen Zahnanzahl (28 gegen 42) gibt es weitere Unterschiede, die du auch als Halterin oder Halter erkennen kannst:
- Größe: Milchzähne sind kleiner und zierlicher
- Farbe: Milchzähne sind oft weißer und deutlich spitzer, daher der Ausdruck Nadelzähne
- Wurzeln: Milchzahnwurzeln werden während des Zahnwechsels resorbiert, also vom Körper abgebaut
- Zahnschmelz: dünner als bei bleibenden Zähnen
- Wurzelkanäle: relativ größer im Verhältnis zur Zahngröße
Der dünnere Schmelz ist der Grund, warum Milchzähne empfindlicher sind als bleibende Zähne. Für die Praxis heißt das vor allem eines: In der Welpenzeit gehören sehr harte Kauartikel nicht ins Programm.
Wann ist der Zahnwechsel beim Hund?
Der Zahnwechsel beginnt mit etwa vier bis fünf Monaten und ist mit rund sieben Monaten abgeschlossen. Zuerst wechseln die Schneidezähne, dann die Fangzähne und Prämolaren, zuletzt kommen die Molaren dazu, die keinen Milchzahnvorgänger haben.
| Alter | Was passiert |
|---|---|
| Geburt | Welpen kommen ohne Zähne zur Welt |
| 3 bis 5 Wochen | die ersten Milchzähne brechen durch |
| etwa 8 Wochen | das Milchgebiss mit 28 Zähnen ist vollständig |
| 4 bis 5 Monate | die bleibenden Zähne beginnen durchzubrechen |
| bis 7 Monate | alle 42 bleibenden Zähne sind da |
In dieser Phase ist Kauen kein Ungezogensein, sondern Bedürfnis. Viele Welpen fressen im Zahnwechsel für ein paar Wochen schlechter, weil das Kauen unangenehm ist. Eingeweichtes Trockenfutter hilft in dieser Zeit zuverlässig. Wenn dein Welpe gerade eingezogen ist, findest du die passenden Basics in unserem Ratgeber Dein Welpe zieht ein, und wann die Umstellung auf Erwachsenenfutter ansteht, liest du hier.
Ausgefallene Milchzähne findest du übrigens selten. Die meisten Welpen verschlucken sie beim Fressen, und das ist völlig unproblematisch.
Wenn Milchzähne nicht ausfallen
Bleibt ein Milchzahn stehen, obwohl der bleibende Zahn schon durchgebrochen ist, spricht man von einem persistierenden Milchzahn. Am häufigsten betrifft das die Fangzähne, und am häufigsten passiert es bei kleinen Rassen. Das ist kein kosmetisches Detail, sondern ein Fall für die Tierarztpraxis.
Der Grund: Zwei Zähne an einer Stelle bedeuten eine enge Nische, in der sich Futterreste und Plaque sammeln. Dazu kommt, dass der bleibende Zahn ausweichen muss und dadurch schief steht, was die Bissposition verändert. Beides lässt sich lösen, solange man früh genug hinschaut.
Bei kleinen Rassen sind Verzögerungen und Komplikationen beim Zahnwechsel häufiger als bei großen. Es lohnt sich deshalb, den Zahnwechsel bei einem kleinen Hund etwas aufmerksamer zu begleiten und im Zweifel einmal mehr nachschauen zu lassen.
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Ein Hinweis dazu, der oft untergeht: Kauartikel und Dental Sticks ersetzen das Zähneputzen nicht. Sie wirken an den Flächen, über die sie beim Kauen gleiten, und das sind längst nicht alle 42 Zähne. Der Zahnfleischrand, an dem Parodontitis entsteht, wird dabei kaum erreicht.
Hat jede Hunderasse 42 Zähne?
Ja, die Grundzahl von 42 Zähnen gilt für alle Hunderassen, vom Chihuahua über den Mops bis zum Deutschen Schäferhund. Unterschiedlich ist nicht die Anzahl, sondern der Platz, den diese Zähne im Kiefer haben. Und genau daraus entstehen die rassetypischen Probleme.
Kurzköpfige Rassen: Mops, Französische Bulldogge, Boxer
Bei brachyzephalen, also kurzköpfigen Rassen ist der Oberkiefer verkürzt, die Zahnzahl aber unverändert. Die Folge sind gedrängt stehende, gedrehte und teilweise übereinander geschobene Zähne. Zwischen solchen Zähnen sammelt sich mehr Plaque, und die Nischen lassen sich schlechter reinigen. Wer eine Französische Bulldogge oder einen ähnlich gebauten Hund hat, sollte die Zahnkontrolle deshalb besonders ernst nehmen.
Kleine Rassen: Chihuahua, Yorkshire Terrier, Malteser
Ein Chihuahua hat genau so viele Zähne wie ein Schäferhund, nämlich 42, aber deutlich weniger Kiefer, um sie unterzubringen. Kleine Rassen haben deshalb häufiger Engstände, persistierende Milchzähne und Zahnerkrankungen. In einer Auswertung des VetCompass-Programms am Royal Veterinary College erhielten Hunde unter 15 kg 2,5-mal häufiger die Diagnose Parodontalerkrankung als Hunde zwischen 30 und 40 kg. Das gilt für den Yorkshire Terrier genauso wie für den Malteser.
Langköpfige und große Rassen
Bei dolichozephalen Rassen wie Windhunden und Collies sowie bei großen Rassen wie dem Deutschen Schäferhund stehen die Zähne in der Regel regelmäßig und mit ausreichend Abstand. Der Kiefer bietet genug Platz, Engstände sind selten. Dafür brechen bei kräftigen Kauern häufiger Zähne, allen voran der obere vierte Prämolar.
Diese Unterschiede in der Kieferform sind einer der Gründe, warum wir bei HEY HOLY rassenspezifisch arbeiten. Was ein Hund im Napf braucht, hängt eben nicht nur an Gewicht und Alter.
Wenn Zähne im Hundegebiss fehlen
Ja, einzelne Zähne können bei Hunden fehlen, und besonders bei kleinen Rassen oder brachyzephalen Hunden ist das nicht selten. Am häufigsten betroffen sind die Prämolaren und die dritten Molaren. Solange die Kaufunktion nicht beeinträchtigt ist, stellt dies kein Problem dar.
Wichtig ist allerdings eine Unterscheidung, die von außen nicht möglich ist: Ein Zahn, der nicht sichtbar ist, kann tatsächlich fehlen (Anodontie), oder er kann angelegt sein und nur nicht durchgebrochen sein. Im zweiten Fall steckt er im Kiefer, und dort kann er unter Umständen eine sogenannte dentigere Zyste bilden, die den Knochen von innen abbaut.
In einer Auswertung von 73 Tieren mit insgesamt 113 nicht durchgebrochenen Zähnen waren bei den Hunden 78 % der betroffenen Zähne erste Prämolaren, gefolgt von Eckzähnen und dritten Molaren mit je 7,4 %. Kurzköpfige Rassen waren dabei deutlich überrepräsentiert: 40 der 69 untersuchten Hunde waren brachyzephal, darunter 20 Boxer.
Für dich heißt das nicht, dass ein fehlender Zahn ein Notfall wäre. Es heißt: Wenn bei deinem Hund im erwachsenen Gebiss ein Zahn fehlt, ist eine Röntgenaufnahme bei der nächsten Zahnbehandlung eine sinnvolle Ergänzung. Sie klärt in einem Bild, ob der Zahn wirklich nicht angelegt ist oder ob er noch im Kiefer steckt.
Kann man das Alter an den Zähnen ablesen?
Teilweise ja. Bei jungen Hunden kann der Zahnstatus relativ präzise Auskunft über das Alter geben, weil der Zahnwechsel einem festen Zeitplan folgt. Bei älteren Hunden ist die Abnutzung jedoch stark von individuellen Faktoren wie Ernährung, Kaugewohnheiten und Zahnpflege abhängig.
Praktisch heißt das: Bis etwa sieben Monate lässt sich das Alter über den Durchbruch der Zähne recht gut eingrenzen. Danach wird es zur Schätzung. Ein Hund, der jahrelang Steine apportiert hat, sieht an den Schneidezähnen deutlich älter aus, als er ist. Bei kleinen Rassen und Zwerghunden ist die Altersbestimmung über die Zähne zusätzlich schwieriger.
Was 42 Zähne an Pflege brauchen
Alle 42. Das klingt banal, ist aber der Kern des Problems: Zahnstein und Parodontitis entstehen bevorzugt dort, wo niemand hinschaut, nämlich an den hinteren Backenzähnen im Oberkiefer und an der Außenseite. Genau diese Stellen erreicht ein Kauartikel schlechter als eine Zahnbürste.
Wie häufig das Thema ist, zeigt die VetCompass-Auswertung des Royal Veterinary College: Von 22.333 zufällig ausgewählten Hunden in britischen Praxen erhielten 2.797, also 12,5 %, innerhalb eines Jahres die Diagnose Parodontalerkrankung. Hunde ab acht Jahren waren mehr als dreimal so häufig betroffen wie junge erwachsene Hunde zwischen zwei und vier Jahren.
Der Aufwand ist überschaubar, wenn du früh anfängst: täglich oder zumindest mehrmals pro Woche putzen, dazu regelmäßig ins Maul schauen, und einmal im Jahr eine Kontrolle in der Praxis. Die komplette Anleitung inklusive Gewöhnung an die Zahnbürste steht in unserem Ratgeber zur Zahnpflege beim Hund. Wenn dein Hund bereits stark riecht, hilft dir zusätzlich unser Artikel zu Mundgeruch beim Hund weiter, denn Maulgeruch ist in den meisten Fällen kein Futterthema, sondern ein Zahnthema.
Und wenn dein Hund plötzlich hartes Trockenfutter liegen lässt, einseitig kaut oder Brocken fallen lässt, ist das ein Signal aus dem Maul und keine Frage des Geschmacks. Mehr dazu liest du unter Hund frisst nicht.
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FAQ
Wie viele Zähne hat ein Hund?
Ein erwachsener Hund hat 42 bleibende Zähne: 12 Schneidezähne, 4 Fangzähne, 16 Vorbackenzähne und 10 Backenzähne. Diese Zahl gilt für alle Rassen, unabhängig von der Größe. Ein Welpe hat vorher 28 Milchzähne, weil im Milchgebiss die Backenzähne komplett fehlen.
Wie lautet die Zahnformel des Hundes?
Die Zahnformel des erwachsenen Hundes lautet 2 × (I 3/3, C 1/1, P 4/4, M 2/3) = 42. Je Kieferhälfte sind das 3 Schneidezähne oben und unten, 1 Eckzahn oben und unten, 4 Prämolaren oben und unten sowie 2 Molaren oben und 3 unten. Für das Milchgebiss gilt 2 × (i 3/3, c 1/1, p 3/3) = 28.
Hat ein Welpe wirklich weniger Zähne als ein erwachsener Hund?
Ja, Welpen haben nur 28 Milchzähne, während erwachsene Hunde 42 bleibende Zähne besitzen. Im Milchgebiss fehlen die Molaren komplett, die erst beim bleibenden Gebiss durchbrechen. Dazu kommt, dass es im Milchgebiss nur drei statt vier Prämolaren je Kieferhälfte gibt.
Was sind die Reißzähne beim Hund?
Die Reißzähne sind der obere vierte Prämolar (P4) und der untere erste Molar (M1), nicht die Eckzähne. Beim Zubeißen gleiten sie aneinander vorbei wie zwei Klingen einer Schere und zerschneiden Fleisch. Sie sind höheren Kräften ausgesetzt als die Fangzähne, weshalb der obere vierte Prämolar besonders bruchgefährdet ist.
Wann ist der Zahnwechsel beim Hund abgeschlossen?
Die bleibenden Zähne beginnen mit etwa vier bis fünf Monaten durchzubrechen, und mit rund sieben Monaten ist das bleibende Gebiss mit allen 42 Zähnen vollständig. Vorher brechen die ersten Milchzähne mit drei bis fünf Wochen durch, mit etwa acht Wochen ist das Milchgebiss komplett.
Wie viele Zähne hat ein Chihuahua?
Ein Chihuahua hat wie jeder andere Hund 42 bleibende Zähne. Unterschiedlich ist nicht die Anzahl, sondern der verfügbare Platz im Kiefer. Weil derselbe Zahnsatz in einen sehr kleinen Kiefer passen muss, kommen bei Chihuahuas Engstände, schief stehende Zähne und persistierende Milchzähne häufiger vor.
Können einzelne Zähne bei Hunden fehlen?
Ja, besonders bei kleinen Rassen oder brachyzephalen Hunden können einzelne Zähne genetisch bedingt fehlen. Am häufigsten betroffen sind die Prämolaren und die dritten Molaren. Solange die Kaufunktion nicht beeinträchtigt ist, stellt dies kein Problem dar. Eine Röntgenaufnahme klärt, ob der Zahn wirklich fehlt oder nur nicht durchgebrochen ist.
Stimmt es, dass man das Alter eines Hundes an den Zähnen ablesen kann?
Teilweise ja. Bei jungen Hunden kann der Zahnstatus relativ präzise Auskunft über das Alter geben, weil der Zahnwechsel einem festen Zeitplan folgt. Bei älteren Hunden ist die Abnutzung jedoch stark von individuellen Faktoren wie Ernährung, Kaugewohnheiten und Zahnpflege abhängig, und bei kleinen Rassen ist die Schätzung zusätzlich schwieriger.
Gibt es Hunderassen mit besonderen Gebissformen?
Ja. Brachyzephale Rassen wie Mops oder Bulldogge haben einen verkürzten Kiefer mit häufigen Zahnfehlstellungen, weil dieselben 42 Zähne auf weniger Platz unterkommen müssen. Windhunde besitzen oft längere, schmalere Kiefer mit regelmäßiger Zahnstellung. Die Zahnzahl bleibt in allen Fällen gleich.
Unser Fazit
- Ein erwachsener Hund hat 42 Zähne, ein Welpe 28 Milchzähne.
- Die Zahnformel lautet 2 × (I 3/3, C 1/1, P 4/4, M 2/3), im Milchgebiss 2 × (i 3/3, c 1/1, p 3/3).
- Die 42 verteilen sich auf 12 Schneidezähne, 4 Fangzähne, 16 Prämolaren und 10 Molaren.
- Molaren haben keine Milchzahnvorgänger. Genau sie fehlen im Milchgebiss.
- Reißzähne sind P4 oben und M1 unten, nicht die Eckzähne. Das ist der häufigste Irrtum zum Hundegebiss.
- Der Zahnwechsel läuft von etwa vier bis sieben Monaten. Danach sollte kein Milchzahn mehr stehen.
- Die Zahl 42 gilt für jede Rasse. Was sich unterscheidet, ist der Platz im Kiefer.
- Fehlt ein Zahn, klärt eine Röntgenaufnahme, ob er wirklich fehlt oder nur nicht durchgebrochen ist.
- Und die praktischste Erkenntnis überhaupt: 42 Zähne wollen auch alle 42 geputzt werden, nicht nur die vorderen, die man sieht. 🐾
Quellen
- Niemiec BA und Kolleginnen und Kollegen: World Small Animal Veterinary Association Global Dental Guidelines, Journal of Small Animal Practice (2020). Belegt wörtlich: „The dental formula of a dog is 2x I 3/3 : C 1/1 : P 4/4 : M 2/3 = 42" und „in puppies the dental formula is 2x i 3/3 : c 1/1 : p 3/3 = 28".
- Sofie Muylle, DVM, PhD, Ghent University: Dental Development of Dogs, MSD und Merck Veterinary Manual. Belegt: 28 Milchzähne und 42 bleibende Zähne, Durchbruch der Milchzähne mit 3 bis 5 Wochen, Durchbruch der bleibenden Zähne mit etwa 4 bis 5 Monaten, vollständiges bleibendes Gebiss mit 7 Monaten, erschwerte Altersbestimmung bei kleinen und Toy-Rassen.
- Maria Soltero-Rivera, DVM, DAVDC: Dentition and Dental Nomenclature of Animals, MSD und Merck Veterinary Manual. Belegt wörtlich: „Dogs have 42 permanent teeth (12 incisors, 4 canines, 16 premolars, and 10 molars)."
- Soltero-Rivera M, Elliott MI, Hast MW, Shetye SS, Castejon-Gonzalez AC, Villamizar-Martinez LA, Stefanovski D, Reiter AM: Fracture Limits of Maxillary Fourth Premolar Teeth in Domestic Dogs Under Applied Forces, Frontiers in Veterinary Science 5:339 (2019). Belegt wörtlich: „The functionally important maxillary fourth premolar and mandibular first molar teeth (,carnassial teeth') are not only commonly employed in chewing but also subject to higher forces than canine teeth."
- Bellei E, Ferro S, Zini E, Gracis M: A Clinical, Radiographic and Histological Study of Unerupted Teeth in Dogs and Cats: 73 Cases (2001–2018), Frontiers in Veterinary Science (2019). Belegt: 73 Tiere mit 113 nicht durchgebrochenen Zähnen, bei den Hunden 78 % erste Prämolaren, Eckzähne und dritte Molaren je 7,4 %, 40 der 69 Hunde brachyzephal, davon 20 Boxer, Bildung dentigerer Zysten.
- Royal Veterinary College, VetCompass Research Team: Epidemiology of Canine Periodontal Disease, Clinical Connections (2021), basierend auf O'Neill und Kolleginnen, Journal of Small Animal Practice. Belegt: 2.797 von 22.333 Hunden (12,5 %) mit Diagnose Parodontalerkrankung innerhalb eines Jahres, Hunde unter 15 kg 2,5-mal häufiger betroffen als Hunde zwischen 30 und 40 kg, Hunde ab 8 Jahren mehr als dreimal so häufig wie 2- bis 4-Jährige.
Über die Autorin
Helena Bröring-Veith - Med. Vet. ist Tierärztin im HEY HOLY Team. Sie hat an der Tierärztlichen Hochschule Hannover studiert und mehrere Jahre in einer Kleintierklinik praktiziert. Bei HEY HOLY verantwortet sie als fachliche Reviewerin die Inhalte rund um Tiergesundheit und Ernährung. Mehr über das Team und unsere wissenschaftliche Arbeit findest du auf der Seite Über uns.
